Ihr Team hat gerade die Lokalisierung der offiziellen Website und der App ins Japanische und Spanische abgeschlossen und bereitet sich auf den Launch und die Feierlichkeiten vor. Doch während der QA-Tests stellt ein sehbehinderter Tester beim Navigieren mit einem Screenreader fest, dass die ALT-Attribute der Produktbilder immer noch auf Englisch sind oder vom System sogar komplett ignoriert werden. Dies führt nicht nur zu einem sofortigen Bruch im Nutzererlebnis für sehbehinderte Nutzer, sondern kann das Unternehmen auch dem Risiko aussetzen, gegen die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) zu verstoßen. Die barrierefreie Lokalisierung ist genau das letzte Glied in der Kette, das viele Unternehmen bei der Expansion in neue Sprachräume am häufigsten übersehen.
Warum wird die Übersetzung von ALT-Texten oft vernachlässigt?
In traditionellen Lokalisierungsprozessen filtern Übersetzungstools oder CMS-Systeme beim Extrahieren von Texten oft automatisch Attribute innerhalb von HTML-Tags heraus oder behandeln alt als "nicht-kernrelevanten Inhalt" und überspringen ihn. Das Ergebnis ist, dass der Haupttext perfekt übersetzt wird, der Bildkontext jedoch vollständig verloren geht. Für sehbehinderte Nutzer, die auf Screenreader angewiesen sind, bedeutet dies, dass sie nur "Bild" oder eine lange Reihe bedeutungsloser englischer Codes hören und die vom Bild vermittelten Informationen überhaupt nicht verstehen können.
Übersetzungsrichtlinien für Screenreader und ALT-Texte
Die Übersetzung von ALT-Texten ist nicht nur eine einfache Textkonvertierung, sondern erfordert eine Übersetzungsstrategie, die auf der "Funktion" des Bildes auf der Seite basiert.
| Bildtyp | Beispiel | Übersetzungs- und Lokalisierungsstrategie |
|---|---|---|
| Informative Bilder | Produktfunktions-Screenshots, Datendiagramme | Muss übersetzt werden, um den Bildinhalt und die Bedeutung der Daten präzise zu vermitteln und die semantische Vollständigkeit sicherzustellen. |
| Dekorative Bilder | Rein layoutbezogene Trennlinien, Hintergrundbilder | Keine Übersetzung erforderlich; im Code sollte ein leerer Wert (alt="") beibehalten werden, damit der Screenreader direkt überspringt. |
| Funktionale Bilder | Suchsymbol, Warenkorbsymbol | Übersetzung der "Funktion" und nicht des Aussehens, z. B. das Lupensymbol als "Suche" und nicht als "Lupe" übersetzen. |
| Komplexe Diagramme | Organigramme, komplexe Flussdiagramme | Wenn ein kurzer ALT-Text nicht ausreicht, muss übersetzt und eine Langbeschreibung (Long Description) oder ein Link zu einem Langtext bereitgestellt werden. |
Der Kern der barrierefreien Übersetzung ist nicht die "Wort-für-Wort-Übersetzung", sondern die "präzise Vermittlung der Funktion und Bedeutung des Bildes im jeweiligen Kontext".
Die drei größten praktischen Herausforderungen bei der barrierefreien Lokalisierung
Bei der praktischen Umsetzung der barrierefreien Lokalisierung stehen Projektteams häufig vor folgenden Herausforderungen:
- Schutz von Code-Tags: Wenn beim Übersetzen von ALT-Texten versehentlich die Struktur von
<img>- oder SVG-Tags beschädigt wird, kann dies zum Zusammenbruch des Web-Layouts oder dazu führen, dass Bilder nicht angezeigt werden. Dies ist genau dasselbe Problem des Tag-Schutzes, das in Code-Tag-Übersetzung: Praxis der HTML- und XML-Lokalisierung beschrieben wird. - Kontext und kulturelle Unterschiede: Metaphern, Gesten oder spezifische kulturelle Symbole in Bildern müssen lokalisiert und nicht wörtlich übersetzt werden. Bei unsachgemäßer Behandlung kann dies zu Missverständnissen bei den Nutzern im Zielmarkt führen, was auch in Emoji-Lokalisierung: Leitfaden zur Übersetzung interkultureller Symbole ausführlich erörtert wird.
- Länge und Sprachfluss: Wenn Screenreader zu lange ALT-Texte vorlesen, verlieren die Nutzer schnell die Geduld. Übersetzer müssen ein Gleichgewicht zwischen "Vollständigkeit der Informationen" und "flüssiger Sprache" finden, was ihr Verständnis für UI-Übersetzung: Strategien zur Bewältigung von Zeichenbeschränkungen und Textabschneidungen stark auf die Probe stellt.
Aufbau eines konformen und flüssigen Workflows für barrierefreie Übersetzungen
Um diese Schmerzpunkte zu lösen, benötigen Unternehmen einen systematischen Workflow, der Effizienz und Qualität in Einklang bringt. DocTransAI bietet eine umfassende Lösung für die barrierefreie Lokalisierung:
- Intelligente Extraktion und Beibehaltung des Layouts: Das System kann
alt-Attribute und Code-Tags in HTML, XML oder JSON automatisch erkennen und die ursprüngliche Struktur während des Übersetzungsprozesses strikt beibehalten, sodass Entwickler beim Importieren das Web- oder Software-Interface nicht beschädigen. - Multi-Modell-Übersetzung und menschliches Lektorat: Für barrierefreie Texte unterstützt DocTransAI den Aufruf verschiedener KI-Modelle zur Erstellung von Erstentwürfen, kombiniert mit einem menschlichen Lektorat, das mit den WCAG-Richtlinien vertraut ist. Die Übersetzer passen Tonfall und Länge basierend auf dem Bildtyp an, um eine natürliche und flüssige Wiedergabe durch den Screenreader sicherzustellen.
- Unternehmens-Terminologiedatenbank-Integration: Durch die Einrichtung einer dedizierten Terminologiedatenbank wird sichergestellt, dass die ALT-Beschreibungen für dasselbe Produkt oder dieselben Markenbilder in verschiedenen Sprachen und auf verschiedenen Seiten hochkonsistent bleiben, was das gesamte Markenerlebnis verbessert.
Barrierefreie Lokalisierung ist nicht nur eine Compliance-Anforderung, sondern auch ein Schlüsselfaktor für Unternehmen, um Inklusion zu demonstrieren und das Nutzererlebnis zu verbessern. Die Integration der Übersetzung von ALT-Texten und Screenreadern in den Standard-Lokalisierungsprozess ermöglicht es Ihren Produkten, wirklich jeden einzelnen Nutzer zu erreichen.